Österreich bekommt seine erste Musikstrategie

Der Österreichische Musikrat (ÖMR) lud im Rahmen seiner Generalversammlung am 26. Februar 2026 zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zur „Musikstrategie für Österreich“ ein.

Der Mitgliederversammlung 2026 des ÖMR ging ein Arbeitstreffen mit den heimischen Musikuniversitäten voraus, wo u.a. die brennenden Themen Lehrermangel, Pädagog:innenausbildung, Lehrpläne, Lehramtsstudien und Pläne zu Reformen des schulischen Unterrichts u.a. durch den „Plan Z“ erörtert wurden.

Musikstrategie für Österreich 2026
Der aktuelle Prozess für eine Österreichische Musikstrategie wird vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) koordiniert. Basis ist ein einstimmiger (!) Beschlusses aller Parteien im Nationalrat vom Juli 2025. Die Informations- und Diskussionsveranstaltung am 26. Februar an der MDW war mit rund 100 Teilnehmer:innen sehr gut besucht.

Lucas Knoflach (strategische Prozessbegleitung) stellte zunächst die geplanten Hauptschritte, Ziele und Methodik des Prozesses vor.
Der Prozess startete im Herbst 2025 mit einer breit angelegten Online-Umfrage, an der 6.000 Musikschaffende teilnahmen. Die Umfrage wird aktuell vom Büro für Kulturstatistik in Berlin ausgewertet. Zudem fanden seit Jahresbeginn 2026 fünf Stakeholder-Workshops zur Vertiefung und Validierung der Umfrageergebnisse im direkten Dialog mit Akteur:innen des Musiksektors statt. Die Themen der Workshops waren „Ausbildung, Professionalisierung und Talenteförderung“, „Live-Veranstaltungen“, „Kreation & Produktion“, „Medien und Sichtbarkeit National“, „Verbreitung & Vermarktung“. Ein weiterer Workshop zum Thema „KI & Streaming“ ist in Planung. Ebenso sollen Querschnittsthemen wie z.B. Inklusion im Musikbereich mit Expert:innen näher besprochen werden.

Unter der Moderation von Eva-Maria Bauer (Präsidentin ÖMR) stellte sich Stefan Hahn (BMWKMS, Ltg. Abteilung Musik & darstellende Kunst) den Fragen des Publikums, das interessiert und kritisch Inhalte, Branchenbeteiligung und Zielsetzung der Musikstrategie kommentierte. Ziel des Prozesses sei die Erstellung eines Berichts, der auch einen konkreten Maßnahmenkatalog enthält, so Hahn. Ein erster Entwurf werde vom Ministerium nun auf Basis der Umfrage- und Workshopergebnisse erarbeitet.

Vonseiten des Publikums wurde der Wunsch nach einer weiteren „Feedback“-Schleife mit den Expert:innen der Workshops zum Entwurf mehrfach vorgebracht. Die finale Musikstrategie soll im Herbst 2026 präsentiert werden.

Nach der Diskussion wurden zwei Felder der Musikstrategie vertiefend thematisiert: Eva-Maria Bauer referierte zum aktuellen Stand des Fair Pay-Prozesses und sprach mit Stefan Hahn über die laufende interministerielle Arbeitsgruppe des Kultur- und Sozialministeriums, die eine bessere soziale Absicherung für Künstler:innen und Kulturschaffende zum Ziel hat.

Anschließend folgten drei Best-Practice Präsentationen zum Thema „Sichtbarkeit von Musik“ in Österreich: Susanne Lontzen (AKM) stellte die Eckpunkte des geplanten Ambassador-Programms vor, Harald Huber (ÖMR) sprach über den Österreichischen Jazzpreis als Best Practice Modell und Günther Wildner (ÖMR) präsentierte Zahlen und Fakten zur „Charta der Schweizer Musik“. Diese freiwillige Verpflichtung der SRG zur Sendung von Musik aus der Schweiz kann als Vorbild für künftige Verhandlungen mit dem ORF dienen.

In der anschließenden ÖMR-Generalversammlung (nur für Mitglieder) wurden einerseits die Themen und Projekte des vergangenen Jahres sowie die zukünftigen Arbeitsfelder, Projekte und Kooperationen des Österreichischen Musikrats abgesteckt und diskutiert.

Foto (Credit/Fotografin: Sabine Walter; v.l.n.r.): Eva-Maria Bauer, Günther Wildner, Tyma Kraitt, Tatjana Domany, Stefan Hahn, Harald Huber

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